Wir wollten Recht und bekamen den Rechtsstaat.

Sie war eine der bedeutenden Stimmen der Freiheit. Unerschrocken ist sie ihren Weg gegangen. Für viele, auch für mich, waren ihr Mut und ihre Gradlinigkeit beispielhaft. Ich behalte sie in Erinnerung als eine Persönlichkeit, die die friedliche Revolution und den Weg zur deutschen Einheit ermöglicht hat. Wir Deutsche sind Bärbel Bohley zu Dank verpflichtet. – Angela Merkel(!) am 11.09.2010 zum Tod von Bärbel Bohley

Bärbel Bohley

Ein schwerhöriger, sehschwacher und farbenblinder Rechtsstaat wie die Bundesrepublik Deutschland ist natürlich besser als ein Unrechtsstaat mit aufgesperrten Ohren und Feldstechern wie die DDR. Und für den Rechtsstaat gilt gegenüber dem Unrechtsstaat: „Der Einäugige ist König unter den Blinden.“

Manche Leute, die Sorgen um ihre Pfründe haben, würden wohl am liebsten das Regime von Adolf Hitler wiederhaben, in dem man sogenannte Querulanten nach einer kurzen Denunziation und Sonderbehandlung bei der Gestapo ins KZ einlieferte, von wo aus die Querulanten für gewöhnlich nicht zurückkamen. Heute kann man das – jedenfalls solange bis die NPD das Ruder in Deutschland übernimmt – nicht so machen und auch nicht offen fordern, will man sich nicht in eine Linie mit den NS-Schergen stellen.

Der Rechtsstaat Bundesrepublik Deutschland (der im Nichtehelichenrecht noch immer ein Unrechtsstaat ist) trägt mit seiner Rechtswirklichkeit und Behördenmentalität zur Entwicklung von Querulanten wesentlich bei. Man kann sagen, der Querulant ist (auch) ein Kind der Behörde. Hätte an der entscheidenden Stelle ein Beamter, Jugendamtsmitarbeiter oder Richter gesessen, der sich die Kommunikation mit schwierigen Klienten beherrscht, so wäre eine gute Chance entstanden, den Teufelskreis von Frustration, Wut, Angriff, Frustration aufzulösen. Doch in der Praxis geschieht oft das Gegenteil. Der Klient kommt mit einer bestimmten Missstimmung in die Behörde, die Behörde ist sein tatsächlicher oder imaginierter Feind. Der typische Beamte bekommt Angst und geht in die Konfrontation, der Klient wird frustriert, wieder einmal hat ihn niemand verstanden.

Leider sind selbst Psychologen und Sozialarbeiter oft nicht in der Lage die Situation von schwierig erscheinenden Klienten angemessen zu erfassen, geschweige denn angemessen und deeskalierend zu reagieren. Dies kann an deren fehlender Souveränität, Stolz, Dünkel und Überheblichkeit liegen. Oder einfach daran, dass in der Behörde moderne Kommunikationstechniken noch ein Fremdwort sind.

Eine moderne Behörde sollte sich dem Thema der Arbeit mit schwierigen Klienten offen und ehrlich stellen. In jeder Behörde muss es mindestens einen Mitarbeiter  geben, der in der Arbeit mit schwierigen Klienten kompetent ist. Mitunter kann ein solcher Mitarbeiter Wunder bewirken und einen langandauernden Fall, an dem sich schon fünf Sozialarbeiterinnen verschlissen haben, zur Lösung bringen. Worte des Bedauern, des Verständnisses, reichen da oft schon aus. Manchmal auch eine Entschuldigung. Und möglicherweise entpuppt sich der Querulant als ein angenehmer, sympathischer Mensch.

Gefunden bei: http://www.vaeternotruf.de/querulant.htm

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